Die Kreuzigung

 

Und es kam der Tag, an dem Christus gehen mußte und er sprach zu seinen Jüngern : " Laßt uns ein letztes mal das Passahfest feiern und das Brot brechen und den Wein trinken, denn bald werde ich verraten. !"

Und da gingen zwei seiner Jünger und sie fanden ein Lamm und einen Mann, der ihnen seine Herberge anbot, damit sie feiern konnten, denn er kannte Jesus und wollte ihm dienen. Und als sie alle am Abend zusammengekommen waren , da war das Lamm geschlachtet, denn sie hatten ihm die Kehle durchgeschnitten, um es dann zu zerlegen und es dann auslaufen zu lassen, denn im Judentum aß man nicht gerne Fleisch in dem noch die Blutseele des Tieres weilte. Als das Schaf blutleer war, da zerschnitten sie sein Fleisch und brateten es, damit sie in dieser schlimmen Nacht etwas zu essen hatten. Und Jesus nahm seine Jünger in den Arm und er brach das Brot und sprach zu allen " Esset davon, dies ist mein Leib für euch gegeben !" und dann verteilte er das gebrochene Brot und alle aßen davon. Dann nahm der Herr einen Kelch voll Wein und sprach : " Dies ist mein Blut , trinket alle davon, es ist für euch vergossen!" Und er reichte allen davon und alle tranken. Da fragten ihn die Jünger " Meister , aber wieso sollen wir von dir essen ?" Und der Herr sprach : " Aber wißt ihr nicht, daß wir Menschen die längste Zeit unseres Lebens einander gegessen haben. Haben denn die Affen auf den Bäumen irgendwelche Feinde, die sie erwischen können, um sie zu essen und sie zu töten ? Nein, haben sie nicht, nur die Affen können nach den Affen jagen und sie lieben den Geschmack ihresgleichen. So auch der Mensch, der immer Kriege führte, damit sich die Menschen einander auflauerten, um sich zu verspeisen. Doch diese Zeit ist lange vorbei, sagte der Herr und nahm einen neuen Schluck aus dem Kelch mit seinem Blut und trank den Wein in vollen Zügen, füllte den Kelch erneut und ließ in kreisen. Und dann sprach er : " Wißt ihr denn nicht, das es uns verboten ist vom Fleisch des Schweines zu essen. Und warum ist das so? Schmeckt denn das Fleisch des Schweines nicht genau so wie Menschenfleisch ? Und war es nicht ungeheuer schwer, es den Menschen beizubringen, nicht mehr Menschenfleisch zu essen, welches ihnen so sehr schmeckte. Und erinnerte den Menschen nicht der Geschmack des Schweines an seine Lust Menschen zu schlachten und Kriege zu führen und sich die Frauen fremder Stämme zu holen ?"

Und die Jünger erschraken, denn sie konnten nicht so weit in die Vergangenheit sehen, wie es ihr Herr tat. Und als der zweite dritte und vierte Kelch die Runde gemacht hatte da fragte einer der Jünger: " Meister erzähle uns noch einmal von der Geschichte von Kanaan, wo du sie alle besoffen gemacht hast, eine Woche lang" und alle lachten " und sage uns, welcher ist der, der dich verraten soll ?"

Und Jesus sprach : " Der, der gerade am Trinken ist, wird es sein !" Und es war Judas, der gerade den Kelch an seine Lippen gehoben hatte. " Aber laßt mich nicht von der Hochzeit von Kanaan erzählen, denn diese Geschichte kennt ihr ja und es war nur ein kleines Wunder. Auch laßt mich nicht von den reichen Witwen aus Jerusalem erzählen, die all die drei Jahre mit ihrem Vermögen für uns gesorgt haben, denn sie haben erkannt, daß ich gut bin und sie ihr Geld nicht mehr brauchen werden. Sondern laßt mich von meiner Kirche erzählen, die sich eines Tages spalten wird, so wie ihr euch gleich spalten werdet, wenn ihr mit mir in den Garten Getsemane kommt und uns der Würgeengel bedrohen wird, um uns zu töten, damit ich morgen nicht in die Kreuzigung gehe, um die Menschen zu erlösen. Denn eines will ich euch sagen, es wird ein Mann aufstehen, den nennen sie Martin Luther und er hätte lieber weiter Jura studieren sollen, um ein gewaltiger Richter zu werden, denn genau das ist er immer im Herzen geblieben. Er wird dem Papst die Maske herunterreißen, damit die ganze Welt sieht, daß es der Antichrist ist, der sich auf meinen Thron gesetzt hat, um sich anbeten zu lassen und viel Moral zu predigen, um selber nicht entdeckt zu werden. Aber Luther wird den Kampf mit dem listigsten aller Wesen nicht gewachsen sein, denn schon kurze Zeit nach dessen Rebellion, wird er fürchterlich Dummes sagen. Er wird behaupten, daß Gott es so wollte, daß er im Himmel herrscht, hier auf Erden aber soll das weltliche Gericht herrschen. Und diese Zweireichelehre wird den Fürsten und Landesherren willkommen sein, denn jetzt brauchen sie keine Steuern und Abgaben mehr nach Italien zu zahlen und sie werden versuchen sich von Rom loszusagen, deshalb unterstützen sie den Kriegszug der protestierenden Protestanten. Und sie werden Luther vor ein Tribunal schleppen, ob er denn nicht wüßte, Europa in einen schrecklichen Krieg zu stürzen, aber dieser wird antworten, er sei nicht gekommen den Frieden zu bringen sondern das Schwert. Und sein Freund Melanchton wird einsam am Sterbesbett erkennen, daß er keine Freunde mehr unter den Evangelischen hat, weil nur jeder gegen jeden kämpft und das mit Worten und sie werden alle sakralen Handlungen aus dem Gottesdienst schmeißen und damit alle Gottesdienste leer und öde machen. Und sie werden nur noch dem Wort huldigen und langweilige Wortgottesdienste veranstalten, um vollständig intellektuell zu verblöden im Geplärre unseres geistigen Implantats, welches wir die innere Rede in unserem Hirn nennen, den Dialog des Alltags, der uns immer volltextet mit Dingen, die die Stimme in uns dann auch noch selbst als gut gedacht bekräftigt, weil der Mensch es liebt, Selbstgespräche mit sich zu führen, statt Gott zuzuhören.

Da freuten sich die Jünger den Herrn so bered zu finden und nachdem sie das ganze Faß Wein gelehrt hatten sprach der Herr : " Dies aber soll heute mein letztes Glas Wein sein, damit ich nicht besoffen morgen zum Richter komme !" Und er stand auf und sie gingen hinaus in die Nacht in den Garten Getsemane, um zu wachen und zu beten.

Doch der Geist des Würgeengels war so stark, daß einer nach dem anderen der Freunde Jesu einschlief und dieser nun ganz alleine auf das Kommen des Satan warten mußte. Und der Würgeengel schlug den Herrn mit dem tiefsten Schlaf, den er herbeizaubern konnte, um auch dessen Bewußtsein zu stehlen und so begann es Jesus in der Kehle zu würgen und sein Bauch schien sich zu öffnen und er wurde beinahe zerrissen vor Furcht, denn der Satan war über ihn gekommen, um ihn zu küssen. Da schrie der Herr vor Schmerzen und Verzweiflung seiner Seele auf und begann zu würgen und weinen und er schwitzte wie ein Schwein und der Fluß seiner Tränen wurde so ungestüm, daß er zu bluten begann und seine Augen rot wie ein Sonnenuntergang anliefen, denn es war niemand da, der ihm half. Und der Kampf währte viele Stunden und hätte ihn ein Mensch sehen können, wäre er sofort in vollkommene Todesstarre verfallen, so gewaltig bäumte sich der Satan ein letztes Mal auf. Und erst als die Sonne am Horizont aufzugehen schien, ließ er Jesus los, dessen Stimme kein Schluchzen mehr war, sondern ein einziger Schrei unendlicher Traurigkeit, da es ihm nicht mehr gelang so schnell zu weinen, wie seine Verzweiflung am wachsen war. Und als der Satan den Herr aus seiner Umarmung los ließ, da erschienen Soldaten am Gartentor und Judas Ischarioth kam mit ihnen herein. Da sprangen die Jünger voller Angst aus ihrer Lähmung auf und rannten davon. Nur Petrus stand noch neben dem Herrn und seine Beine zitterten wie Espenlaub. Da schritt Judas heran und küßte den Herrn, denn nichts ist schrecklicher und tötlicher als die Liebe in unserer Welt und als die Soldaten somit Jesus erkannten, da hob Petrus sein Schwert und haute dem Hauptmann sein Ohr ab. Und Jesus sprach : " Laß gut sein Petrus, die Arschlöcher hätten mich all die Tage festnehmen können, denn ich habe mich nicht versteckt. Jetzt aber ist es erfüllt, daß sie mich wie einen räudigen Hund abführen, um mich unter die Räuber zu zählen. Ich habe die größte Sünde der Juden auf mich genommen und bin als Bastard geboren worden und jetzt werden sie mich verurteilen mit einer noch größeren Sünde, nämlich weil ich Gott gelästert habe. Ich bin der ewigen Spiele der Menschen müde, sie ertragen die Wahrheit nicht. Und bist du ihnen ein Spiegel, so beginnen sie in deinem Licht dich zu hassen, denn du zeigst ihnen die Häßlichkeit ihrer Fratze auf ihrem Gesicht."

Und so führten sie Jesus ab und die Schriftgelehrten und von Rom eingesetzten falschen Hohepriester kamen zusammen, um über Jesus zu beratschlagen und ihn zu demütigen. Und sie schlugen ihm ins Gesicht und setzten ihm die Dornenkrone der Narren auf sein Haupt und das Blut seiner Stirn perlte an dessen Kopf herab und schmückte Christus schöner als roter Rubin und glitzernde Diamanten.

Als es ihnen aber nicht gelang, einen Zeugen zu finden, der Christus eindeutig ein Vergehen nachsagen konnte, um ihn zu verleumden, da sprach endlich eines der Schweine : " Ich habe ihn sagen hören, er sei der Sohn Gottes !"

Und sie fragten Christus : " Hast du das gesagt ? "

Und Jesus sprach : " Was macht es für einen Sinn, wenn ich dies von mir behaupte. Soll ich mir deshalb vor Stolz einen runter holen oder was. Nein mein Freund, viel wichtiger ist es, daß du dies in mir erkennst, denn du mußt es sagen, und zwar sagen von dir, denn du bist doch auch ein Kind Gottes !" Da sie aber den Herrn so geschlagen hatten, da stammelte er die Worte nur noch, denn er war schon dem Tode nahe und sie verstanden nur noch seine letzten Worte : " Du sagst es !" und das war ihnen Zeugnis genug und sie führten Christus zu Pilatus.

Als der Herr erbarmungslos angetrieben vor Pilatus gebracht wurde, um das Todesurteil zu vollstrecken, da die Hohepriester jedes Urteil aussprechen konnten, nur nicht das der Todesstrafe, da brauchten sie die Zustimmung der Römer für, freute sich dieser Jesus kennen zu lernen, denn er hatte schon viel von diesem Wundermann gehört. Und er nahm Jesus beiseite und sprach zu ihm : " Mann, du bist also der Christus von dem alle reden. Nun sage mir, ob die Anschuldigungen an dich wahr sind, wenn aber nicht, ein einziges Wort von dir und ich lasse dich frei !" Denn der Satan war hinter Pilatus getreten und wollte Jesus ein letzes Mal versuchen, um ihn davor abzuhalten in die Kreuzigung zu gehen, um dann für drei Tage in das Reich der Toten hinabsteigen zu können, um den männlichen Bewußtseinspiritkern im Herzen der Erde zu versenken.

Und Jesus sprach : " Ich bin gekommen , um von der Wahrheit zu zeugen !"

Da sprach Pilatus : " Herrgottnochmal, was ist die Wahrheit !" denn er war böse, da ihm der Satan im Nacken saß. Aber er war so klug wenigsten seine Hände in Unschuld zu waschen, denn er verstand von dieser Sache der Juden nichts, wollte auch nichts damit zu tun haben, denn er befand Jesus für unschuldig und ließ diesen wieder abführen.

Und so passierte es, daß schon am selben Morgen Christus gekreuzigt wurde und bereits in der sechsten Stunde nach Sonnenaufgang verstarb, denn er war sehr schwach von der Anstrengung. Und der Hauptmann konnte nicht glauben, daß es so schnell mit ihm gegangen sein soll, und deshalb ließ er den Tod Christi untersuchen und ließ ihn ritzen mit einer Speerspitze nahe des Herzens. Und diese Speerspitze besorgte sich später Karl der Große, um von ihrer Macht zu profitieren und auch Adolf Hitler wollte sie unbedingt haben , um der Begründer des Tausendjährigen Friedensreich zu werden. Und am Kreuz da stand viel Volk, das hatte am Morgen geschrien : " Sein Blut komme über uns !" und sie wußten nicht, wie recht sie haben sollten.

Und der Herr starb wie ein Mensch, denn er hatte geschrien bevor er verstarb : " Eli Eli lama asabtani " und das heißt : " Oh Gott ,oh Gott warum hast du mich verlassen !" damit sein Schicksal nicht leichter sein sollte, als das unsere. Und sie nahmen ihn vom Kreuz, ohne seine Beine brechen zu müssen und trugen ihn vom Busbahnhof in Jerusalem, dem Schädelplatz, dessen Steinformationen auch heute noch aussehen wie Totenschädel und brachten ihn ins Gordengrab, nur 400 Meter weit entfernt. Sie wälzten den Grabstein weg, legten ihn in den großen Grabraum und holten den Arzt Joseph von Arimathäa, der sofort begann Jesus in belebende Balsamtücher einzuwickeln und die Blutungen zu kontrollieren, ob sie vielleicht gestillt werden könnten, doch es gab kein Herzschlag mehr, und so auch keinen Druck auf den Blutadern. Dennoch gaben die Freunde Jesus nicht auf, denn er hatte gesagt, er werde am dritten Tage auferstehen von den Toten und sie hielten Wache bei ihm, denn sie liebten ihn sehr.

 

Für alle aber die sehen konnten, ereignete sich das größe Wunder aller Zeiten. Denn genau in dem Augenblick, da sich das Schicksal Christi am Kreuz erfüllte, und er rief "es ist vollbracht", verfinsterte sich der Himmel und die Erde erbebte und öffnete sich dem Christus und zeigte ihr Magma. Und der Herr, der noch immer an sein Kreuz genagelt war, fiel in einen lichterloh glühenden Abgrund und er flog wie ein Vogel und Adler kopfüber in das Herz der Erde, zum Höllentor der Verdammten und wußte doch nicht, wie ihm geschah. Aber die höchste aller Symmetrien hatte Christus nicht auf irgendein Kreuz genagelt. Sondern auf die Holzbalken des Hauses Mose, welcher dieser aus Ägypten mitgebracht hatte und auf welches dieser ein Kreuz aus Blut gemalt hatte, damit der Würgeengel die Erstgeburt Israels nicht schlagen konnte. Und Christus stürzte tiefer und tiefer in das Magma der Großen Mutter und er hatte den Schlüssel zum Tor der Hölle bei sich, ohne "ES" zu wissen, daß er selbst an diesen genagelt worden war und seine Sinne schwanden ihm, als er krachend auf dem Tor zur Hölle daniederschlug, an welchem er endlich angekommen war. Und wie tot blieb er liegen und bewegte sich nicht mehr und sah nicht das Schloß des Tores zur Hölle der verdammten Seelen, welches so groß war wie ein Mensch und welches in der Form einem Kreuz glich, gleich diesem auf dem der Herr nun lag.

Da beugte sich Maria von Magdala, die Jesus gesalbt hatte und die Joseph von Arimathäa und der Bruder Christi Jakobus in das Grab hineingelassen hatten, über ihren geliebten Herrn, denn der große runde Fels am Eingang des Grabes konnte hin und her gerollt werden, falls jemand seine Toten besuchen wollte, um Abschied von ihnen zu nehmen. Und als sie den Herrn entschlafen sah, da rollten ihr die Tränen bitterlich von den Wangen und ihr Schmerz kannte keine Grenzen mehr, und immer wieder küßte sie den Herrn und seine Lippen brannten wie die Hölle. Und als sie ihn aufrichtet, um ihn ein letztes Mal in ihren Armen zu halten, da rutschte Christus mit samt seinem Kreuz in das Schloß des Höllentores und paßte sich genau in das Schloß ein, so daß plötzlich die Höllentür aufsprang und die Erde in ihrem Herzen befruchtet wurde, von so unsagbarer Liebe, daß alle Worte dieser Welt Sünde sind, wollte man über dieses Geheimnis sprechen.